17.08.2016

Jona Farnow aus Wismar geht für ein Jahr als „Missionar auf Zeit“ nach Afrika

„Nimetoka Ujerumani“ – ich komme aus Deutschland

Jona Farnow aus Wismar hat sich etwas Großes vorgenommen. Ein ganzes Jahr will der Abiturient in Afrika verbringen und in einem Kinderheim in Kenia arbeiten. 

Noch kennt er seinen neuen Wohnort nur aus dem Weltatlas: Jona Farnow vor der Reise nach Kenia.  Foto: Marco Heinen

Das Abi ist in der Tasche. Und was nun? Man kann sofort mit einem Studium beginnen, oder in einer Ausbildung Praxis-Erfahrung sammeln. Einige möchten erst einmal ein paar Monate feiern, andere entscheiden sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Jona Farnow, frischgebackener Abiturient aus Wismar, macht etwas anderes. Er wird Missionar. Genauer gesagt, „Missionar auf Zeit“. 

„Ich werde für ein Jahr nach Maguguni gehen“, sagt er. „Das ist ein kleines Dorf in Kenia, drei Stunden von Nairobi entfernt. Dort werde ich mit Kindern arbeiten. In einem Kinderheim, einer Grundschule“. Auch ein Krankenhaus gibt es, alles betrieben von den „Schwestern vom unbefleckten Herzen Mariens“. 

Verschiedene Orden bieten eine Auslandstätigkeit als „Missionar auf Zeit“ an. Jona Farnow ist über die Spiritaner zu diesem Einsatz gekommen. Der Orden, der in Ros-tock eine Niederlassung hat, ist an vielen Orten Afrikas aktiv. Früher war ein „Missionar“ jemand, der Heiden zum christlichen Glauben bekehrt. „Das ist natürlich nicht meine Aufgabe. Für mich geht es um einen Austausch zwischen den Kontinenten. Mission heißt auch, einer fremden Kultur mit Respekt und Hochachtung zu begegnen.“

 Jona Farnow fliegt nicht unvorbereitet nach Kenia. Die Anbieter der „Mission auf Zeit“ legen Wert darauf, dass die Jugendlichen wissen, was auf sie zukommt. In einem „Eine Welt Kurs“ hat Jona Farnow Grundlagenwissen über die Situation von Übersee-Ländern, Entwicklungsarbeit, Missions- und Kolonialgeschichte erworben. Drei Wochen „Mitlebezeit“ bei den Mariannhiller Brüdern in Würzburg hat er hinter sich. „Ein Bruder hat mir schon ein paar Worte Kisuaheli beigebracht.“ „Ninaitwa Jona“ wird der Gast zur Begrüßung sagen, was bedeutet: „Ich heiße Jona“. Und: „Nimetoka Ujerumani“. Ich komme aus Deutschland. 

Wie ist Jona Farnow überhaupt auf den Missions-Gedanken gekommen? In der Laurentiusgemeinde Wismar ist er in der Jugendarbeit aktiv, als Messdiener und RKW-Helfer. Im vergangenen Jahr – das RKW-Thema war Don Bosco – gab es für die Helfer eine Dankeschön-Fahrt nach Turin. „Dabei habe ich Bruder Olaf Derenthal kennengelernt. Er hat mir viel von Afrika erzählt. Das hat mich auf die Idee gebracht, selbst dorthin zu gehen.“ Von Kenia aus wird Farnow Kontakt nach Deutschland halten, in einem Rundbrief will er seine Erlebnisse schildern und so zum Missionar der Missionsarbeit werden. „Das gehört zu dem Konzept. Wir sollen quasi Anwälte des Missionslands in unseren Gemeinden werden.“

Stichwort: Missionare auf Zeit

Beim Missionar auf Zeit (MaZ) können junge Christen ab 18 Jahren in einem Freiwilligendienst missionarische Erfahrungen sammeln, indem sie mit einer missionarischen Ordensgemeinschaft mitleben. Es gibt drei Einsatzmodelle: ein Jahr, drei Jahre oder „Anderer Dienst im Ausland“ (www.missionarin-auf-zeit.de) Auslandaufenthalte von der Mission werden vom Erzbistum gefördert. Ein gemeinsames Bewerbungsverfahren der Bistümer Osnabrück und Hamburg beginnt im September. Am 23.–24.09.16 ist ein Schnupperwochenende in Wallenhorst-Rulle. Weitere Informationen gibt Dr. Michael Becker, E-Mail: becker@erzbistum-hamburg.de, Tel. 040 / 248 77-355

Text u. Foto: Marco Heinen