12.09.2014

Nach zwei Anschlägen auf die Möllner Moschee bekundeten über 300 Menschen ihre Solidarität

„Deutschland bekennt Farbe“

Mölln (mic). Mehr als 300 Menschen haben am vergangenen Samstag an einer Solidaritätsveranstaltung für die Möllner Moschee teilgenommen. Zur Demonstration und anschließenden Kundgebung auf dem Marktplatz hatten Stadt, Kirchen und Verbände aufgerufen. 

Gleich zwei Mal ist die Möllner Moschee im August das Ziel von Provokationen geworden. Bei einem Stinkbombenanschlag am 16. August wurden Fleischreste, Farbe und eine stark stinkende Flüssigkeit in einer Plastiktasche vermengt und dann gegen die Tür der Moschee geschleudert. Bei einem zweiten Anschlag wenig später haben Unbekannte in den Eingangsbereich der Moschee uriniert. Besonders traurig: Diese Anschläge reihen sich ein in eine Reihe von Vorfällen bundesweit: Sechs Brandanschläge sind in den vergangenen Wochen auf Moscheen in Deutschland verübt worden. 

Die Redner in Mölln verurteilten die Attacken auf die muslimische Gemeinde in aller Schärfe und bekundeten unter Beifall ihre Soldidarität mit den Opfern der Angriffe. Sedat Simsek von der Islamischen Religionsgemeinschaft sagte: „ Wir wollen eine weltoffene und tolerante Welt. Deutschland ist bunt und bekennt Farbe.“  Weitere Redner waren unter anderen Landtagspräsident Klaus Schlie, der türkische Generalkonsul Mustafa Fatih Ak, Pröpstin Petra Kallies und Bürgermeister Jan Wiegels.

Die Kundgebung endete mit einem symbolischen Akt: Die Möllner Moschee-Gemeinde erhielt ein Mobilee aus gebastelten Friedenstauben für ihren Eingangsbereich. Weitere Friedenstauben wurden von den Teilnehmern an einem Holzgerüst befestigt, das seit Samstag direkt vor der Moschee steht.

Auch die katholische Heilig-Kreuz-Gemeinde unterstützte die Veranstaltung. In der Vergangenheit gab es bereits immer wieder Berührungspunkte zwischen katholischen und muslimischen Gläubigen. Zuletzt hatten sich im Rahmen der Firmvorbereitung die Jugendlichen getroffen – einmal in der Moschee und beim zweiten Mal in der katholischen Kirche. Nach einem gemeinsamem Essen kamen sie dabei über Themen des Glaubens ins Gespräch. 

„Diese Treffen waren sehr wichtig. Wir wissen nicht nur umeinander, sondern wir verstehen jetzt auch besser, was der Glaube und die Religion der anderen ausmachen“, sagte ein Jugendlicher der muslimischen Gemeinde nach dem Treffen in der katholischen Kirche.

Autorin: Michaela Schultz