02.08.2017

Scheckübergabe für den „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“

„Beispielhaft für andere Stadtviertel“

Bundesbauministerin Barbara Hendricks übergibt einen Scheck über sieben Millionen Euro für den „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ in Hamburg-Wilhelmsburg. Der Bau beginnt mit Abriss des Gemeindehauses.

Ministerin Hendricks übergibt Scheck für das Malteser Campus St. Maximilian Kolbe
Ministerin Hendricks (li.) mit Thomas Schwedheim von den Maltesern und Bewohner Helmut Wiehe  Foto: Marco Heinen

Mit einem Reisebus fuhr Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) am Freitag, 28. Juli in Hamburg-Wilhelmsburg vor. Eine Ministerin auf Sommerreise in Zeiten des Vorwahlkampfs. Tags zuvor hatte sie sich in Lüneburg über ein Artenschutz-Projekt informiert, in Hamburg stand noch die Übergabe eines Förderbescheids für ein anderes Artenschutzprojekt auf der Agenda. Dazwischen also die Übergabe eines Schecks über sieben Millionen Euro für ein Projekt, das irgendwie auch in die Rubrik Artenschutz fällt und in dessen Mittelpunkt der Erhalt der im Januar 2015 profanierten Maximilian-Kolbe-Kirche (Architekt Jo Filke) steht. Jenes denkmalgeschützten Baudenkmals und Wahrzeichen des Stadtteils, für das bereits eine Abrissgenehmigung vorlag und das nun eine Zukunft als interkulturelles Begegnungszentrum haben soll. Ge-plant ist, die benachbarte bestehende Senioren-Einrichtung zu modernisieren, ein zusätzliches Gebäude für betreutes Wohnen zu errichten und die Kirche zu sanieren. Sie soll künftig Ort für Kita und Vorschule sein, Büros und Seminarräume beherbergen sowie eine Wohnung für die Tagesbetreuung von Demenz-Pa­tienten bieten. Gut 20 Millionen Euro sind für das gesamte Projekt veranschlagt, wobei die Sanierung und der Innenausbau der Kirche mit rund drei Millionen Euro zu Buche schlagen. 

„Die Maximilian-Kolbe-Kirche stand für den Neu-Aufbruch nach der großen Flut, nachdem man eigentlich damals gedacht hatte, man müsse Wilhelmsburg aufgeben“, erinnerte die Ministerin an die Sturmflut von 1962 und den zwölf Jahre später erfolgten Baubeginn der Kirche. Und sie erinnerte daran, dass es Steuergeld ist, dass sie da vorbeibringt – bevor sie dann das Bauschild enthüllte.

Nun also soll das Modellvorhaben „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ entstehen, das von der Malteser Norddeutschland gGmbH aus Flensburg betrieben werden wird. Der Campus könne „beispielgebend für viele andere Stadtviertel in ganz Deutschland sein“, so Hendricks.

In einem Monat könnte mit den Abrissarbeiten des Gemeindehauses begonnen werden und Anfang 2018 mit dem Neubau, heißt es seitens der mit der Projektsteuerung beauftragten Firma. Die Arbeiten an der Kirche beginnen voraussichtlich im Frühsommer nächsten Jahres.

Text u. Foto: Marco Heinen