05.04.2017

Im Reformationsjahr 2017 gibt es mehrere zentrale Feiern, die die Christen im Norden ökumenisch begehen.

Ökumenisch beten am Ostermontag

Im Reformationsjahr 2017 gibt es mehrere zentrale Feiern, die die Christen im Norden ökumenisch begehen. Der Lübecker Kreuzweg am Karfreitag und die ökumenische Vesper am Ostermontag machen den Anfang. 

 Die erste zentrale ökumenische Feier im Reformationsjahr: Lübecker Kreuzweg  Foto: Marco Heinen

„Wir erinnern an die Kraft des Gebetes, ermuntern zum Gespräch über die Bibel und laden ein, das Jahr gemeinsam geistlich zu begehen“, mit diesen Worten haben die evangelischen und katholischen Bischöfe Norddeutschlands im vergangenen Jahr alle Christen zum Mitmachen eingeladen. 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation sollen Christen ihre Gemeinsamkeit ausdrücken. Das geschieht in mehreren ökumenischen Veranstaltungen und Gottesdiensten. Den Auftakt macht der Kreuzweg in Lübeck; seit der Wiederbelebung des „Ältesten Kreuzwegs Deutschlands“ hat dieser Kreuzweg einen festen Platz im ökumenischen Kalender. Der Weg steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Was ist Wahrheit?“

Das nächste ökumenische Ereignis ist die gemeinsame Vesper am Ostermontag (17. April) um 16 Uhr im St. Marien-Dom in Hamburg. Unter dem Titel „Freude“ feiern und beten nicht nur evangelische und katholische, sondern auch orthodoxe Christen. Mitwirkende sind Bischöfin Kirsten Fehrs, der koptische Bischof Anba Damian, Pastor Uwe Onnen (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg), und Gastgeber Erzbischof Stefan Heße. 

Christen sind durch die Taufe verbunden

„Die Idee war, Passion, Ostern und Pfingsten als Anlass die zentralen ökumenischen Feiern zu nehmen“, sagt Veronika Pielken, Ökumene-Beauftragte des Erzbistums Hamburg. „Dabei kommt uns ein besonderer Umstand zu Hilfe. In diesem Jahr haben die Kirchen des Westens und die Kirchen des Ostens einen gemeinsamen Ostertermin.“ Wegen der unterschiedlichen Berechnung des Ostertermins fällt das Fest in beiden Traditionen nur selten auf den selben Sonntag. 

„Wir werden in dieser Feier die Taufe hervorheben“, sagt Veronika Pielken, „weil wir alle Glieder in Christus sind und die Taufe uns verbindet.“ In der Vesper werden Bischöfin Fehrs und Bischof Damian zu den Lesungen sprechen. Anschließend sind alle Mitfeiernden zu einer Begegnung in das „Haus der kirchlichen Dienste“ eingeladen. 

Genau 50 Tage später, am Pfingstmontag, feiern die evangelische und katholische Kirche einen Gottesdienst im Schweriner Dom. „Gemeinsam die Stimme erheben“ lautet der Titel dieser Feier. Sie beginnt am 5. Juni um 11 Uhr. Das Besondere: Die Feier beginnt in der Kirche, soll aber draußen auf dem Marktplatz, mitten in Schwerin, enden.

Text u. Foto: Marco Heinen