26.09.2018

15 Jahre Apfeloffensive in Schwerin

Äpfel für den guten Zweck

Wer die leckeren Vitaminspender bei der Caritas in Schwerin spendet, unterstützt soziale und ökologische Projekte. Die Kisten stehen in Zippendorf und in Medewege. Der Verkaufserlös geht an den Hilfsfonds „Menschen in Not“.

Ulf Bähker holt Äpfel aus der Sammelbox in Zippendorf

Ulf Bähker holt Äpfel aus einer Kiste in Zippendorf. Foto: Antonia Schindler

Vor der Naturschutzstation am Zippendorfer Strand und an der Kleingartenanlage Medewege steht jeweils eine große Kiste. Etwa ein Kubikmeter passt hinein – rund 500 Kilogramm. Die Kis­ten sind für Äpfel gedacht, die Menschen spenden. Die Früchte werden dann zu Saft. Christoph Schlegel vom Caritas-Fachdienst besondere Lebenslagen: „Die Idee ist, dass wir Äpfel in Schwerin sammeln, dass die Äpfel in der Region Schwerin zu Saft verarbeitet werden, dass der Saft hier auch getrunken wird und der Verkaufserlös Projekten in Schwerin zur Verfügung gestellt wird.“

Viele Früchte an den Bäumen

Und die Resonanz ist gut. Ulf Bähker arbeitet in der Naturschutzstation am Zippendorfer Strand, die zum Naturschutzbund Deutschland (NABU) gehört. Er hat beobachtet, dass die Kiste vier Tage, nachdem sie aufgestellt wurde, schon zu zwei Drittel gefüllt war. „Ich finde es immer wieder verblüffend, wie viele Menschen Äpfel spenden. Das ist eine tolle Sache“, sagt Bähker. Das Wetter habe der ganzen Sache in die Hände gespielt. „Es ist ein sehr gutes Apfeljahr, die Bäume hängen voll. Und wer dann nicht weiß, wohin mit den Früchten, der kann sie zu uns bringen.“

Wer es nicht mehr alleine schafft, die Äpfel in Kisten zu laden und wegzubringen, der kann sich bei der Caritas melden. Dann kommen ein paar kräftige Sammler vorbei. Die Telefonnummer lautet 0385 / 20 73 59 25.

Die Sammler selbst kommen von der Caritas-Tagesstätte. Es sind Menschen, die einen geregelten Tagesablauf und eine Struktur in ihrem Leben brauchen. So erklärt es Christoph Schlegel von der Caritas. „Sie pflücken und sammeln nicht nur Äpfel. Wir haben zum Beispiel auch eine Fahrrad-Werkstatt, in der einige arbeiten. Einer unserer Klienten mäht hier den Rasen, andere kochen für uns. Damit leisten sie etwas für die Gesellschaft. Außerdem sind sie nicht alleine in ihrer Wohnung, sondern Teil einer Gemeinschaft.“

Ein Teil der Saftflaschen wird direkt in der Naturschutzstation in Zippendorf verkauft. Der NABU setzt das Geld für ökologische Projekte ein. Der Verkaufserlös der Caritas geht an den Hilfsfonds „Menschen in Not“. Dieser Fonds ist dazu da, um Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell und unbürokratisch zu helfen, so Christoph Schlegel. „Jeder Mitarbeiter vor Ort hat die Möglichkeit, diesen Fonds anzufragen, wenn zum Beispiel ein neuer Kinderwagen notwendig ist oder ein neuer Kühlschrank gekauft werden muss. Menschen in Not können Hilfe beim Amt beantragen. Aber manchmal ist einfach schnelle Hilfe notwendig. Und bis solche Anträge ausgefüllt sind und das Geld bewilligt ist, können Wochen vergehen.“ Und so lange könnten die Menschen oft nicht warten. Da springt die Caritas ein.

Seit mehr als 15 Jahren gibt es die Apfeloffensive schon. Und sie geht jedes Jahr so lange, bis alle Äpfel geerntet sind und die Kisten nicht mehr voll werden.